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Cover von Imagination

Release-Story

Imagination

Album · 31. Juli 2024

Der Ehrgeiz wuchs schneller als die künstlerische Richtung.

Nur wenige Monate nach Make Me Feel Alright entstanden, ist Imagination ein elektronisches Album mit sieben Tracks auf der Suche nach einem breiteren, mainstreamigeren Sound. Im Zentrum stehen reale Situationen — Schwärmereien, soziale Unsicherheit und Szenarien, die nur im Kopf existieren — mit dem Titeltrack als emotionalem Kern. Die Produktion variiert stilistisch stärker als beim Debüt, von Mid-Tempo-Introspektion bis zur Big-Room-Energie des Abschlusstracks „Record Deals“. Eine überstürzte Neuaufbau-Version von „Quick Infatuation“ bleibt ein ehrliches Bedauern, doch das Album markiert einen klaren Schritt nach vorne in Ehrgeiz und Experimentierfreude.

  • Form Album
  • Ära Übergangsphase
  • Energie Mid-Tempo

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Kontext

Imagination wurde im Juli 2024 veröffentlicht, nur wenige Monate nach Make Me Feel Alright. Zwischen den beiden Projekten lag nicht viel Abstand. Tatsächlich hatte ich schon an neuen Songs gearbeitet, bevor das erste Album überhaupt draußen war.

Zu dem Zeitpunkt fühlte sich mein Leben stabiler an. Ich hatte einen Freundeskreis gefunden, ging auf House- und Parkpartys und fühlte mich sozial angekommen. Trotzdem waren die langen Nächte nicht verschwunden. Musik war immer noch Therapie. Ich war nur nicht mehr so isoliert.

Anders als bei meinem Debüt wurde dieses Album mit der Absicht gemacht, ein Album zu sein. Ich habe nicht abgewartet, ob die Songs zufällig etwas Zusammenhängendes ergeben. Als ich sieben Tracks hatte, entschied ich: Das war's.

Rückblickend sagt das viel aus.

Stimmung & Richtung

Klanglich und emotional liegt Imagination nah an Make Me Feel Alright. Der Abstand zwischen beiden war kurz, also war die Grundhaltung ähnlich. Ich habe Musik immer noch genutzt, um Dinge in Echtzeit zu verarbeiten.

Aber es gab eine subtile Verschiebung. Ich versuchte, etwas „Normaleres“ zu machen. Mehr Mainstream. Weniger offensichtlich experimentell. Ich wollte sehen, ob ich in einen breiteren Sound passen konnte, ohne meinen eigenen Stil komplett zu verlieren.

Das Ergebnis ist ein Album, das im Ansatz etwas ambitionierter ist, auch wenn es klanglich nicht dramatisch anders klingt.

Der „Quick Infatuation“-Fehler

Der chaotischste Moment des Projekts war „Quick Infatuation“.

Ich hatte mir ein unnötiges Veröffentlichungsdatum gesetzt, den 1. August, einfach weil es sich sauber anfühlte. Diese Deadline erzeugte Druck, den ich eigentlich nicht brauchte.

Die Originalversion von „Quick Infatuation“ war produktionstechnisch komplett anders — und ehrlich gesagt besser. Aber sie lag genau in einem vokalen „toten Punkt“ für mich — einem Bereich zwischen Bruststimme und Kopfstimme, in dem ich einfach nicht komfortabel singen konnte. Die Tonart zu ändern half nicht. Statt abzuwarten oder geduldiger daran zu arbeiten, verwarf ich alles und baute nur wenige Wochen vor dem Release eine neue Version von Grund auf.

Ich bereue diese Entscheidung. Die Ersatzversion fühlt sich gehetzt an. Die Texte sind nicht vollständig ausgearbeitet. Die Produktion ist in Ordnung, aber das Original hatte mehr Charakter. Ich plane immer noch, die erste Version irgendwann zu veröffentlichen.

Dieser Moment sagt etwas darüber aus, wo ich kreativ stand. Ich war schnell unterwegs, vielleicht zu schnell.

Songwriting & Themen

Das Album dreht sich weiterhin um reale Situationen und reale Menschen. Besonders der Titeltrack „Imagination“ kreist um Unsicherheit — nicht zu wissen, ob jemand dasselbe fühlt, und ganze Szenarien im Kopf aufzubauen.

Damals dachte ein Teil von mir, dass Songs über echte Schwärmereien vielleicht tatsächlich etwas verändern könnten. Vielleicht würde es die Dinge klarer machen. Tat es nicht. Kein dramatischer Moment folgte. Aber der Impuls, darüber zu schreiben, war echt.

Es gibt kein striktes Konzept, das das Album zusammenhält. Es ist eher eine Sammlung emotionaler Momentaufnahmen aus einer Phase, in der ich sozial aktiv, aber innerlich immer noch unsicher war.

Wenn Make Me Feel Alright roh und isoliert war, ist Imagination etwas nach außen gerichteter, aber immer noch suchend.

Produktion

Technisch war das ein schrittweiser Fortschritt. Ich wendete an, was ich vom ersten Album gelernt hatte, versuchte sorgfältiger zu mischen und verließ mich erneut auf Logics Mastering-Assistenten.

Der Sound ist weiterhin elektronisch geprägt, aber die Tracks variieren stilistisch stärker. Rückblickend vielleicht zu stark. Das Album springt auffälliger zwischen Stimmungen und Genres als mein Debüt.

„Record Deals“, eigentlich der erste Track, der für das Album entstand, trägt eine Big-Room-Energie, lose inspiriert von Tracks wie Avicii's „Levels“. Ich wollte etwas Aufbauendes, etwas Größeres. Der Refrain sagt es deutlich: Ich will Musik machen, die inspiriert, die Menschen aufbaut, die sie entflammt.

Diese Ambition schließt das Album bewusst ab. Es fühlt sich an wie ein Statement der Richtung, auch wenn ich noch nicht genau wusste, wohin diese Richtung führen würde.

Rückblick

Ich bin kritischer gegenüber Imagination als gegenüber meinem Debüt. Es fühlt sich weniger zusammenhängend und zerstreuter an. Das Mixing und Mastering zeigen noch meine damaligen Grenzen.

Aber es steht für Wachstum. Ich war schneller, selbstbewusster beim Abschließen von Projekten und experimentierfreudiger. Selbst die Fehler — wie der Austausch der originalen „Quick Infatuation“ — sind Teil dieses Wachstums.

Im größeren Bogen meiner Musik ist Imagination die Übergangsphase. Nicht der rohe Anfang, noch nicht die volle Konzept-Ära, aber der Punkt, an dem der Ehrgeiz lauter wurde.

Es ist nicht perfekt. Aber es hat die Dinge vorangetrieben.

“Ich war schnell unterwegs, vielleicht zu schnell.”

Der „Quick Infatuation“-Fehler

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